Weitergabe Leopard Panzer an DE, aber nicht an PL

Entscheide zu Material aus früheren und aktuellen Beständen der Armee

Bern, 03.06.2022 - Deutschland und Polen haben dem VBS Anfragen für die Weitergabe von Material aus früheren oder aktuellen Beständen der Armee gestellt. Das VBS hat entschieden, wie es die Anfragen beantwortet. Deutschland kann über bereits vor zwölf Jahren an die Firma Rheinmetall zurückverkaufte Leopard-2-Panzer frei verfügen, da es hier keine Auflagen mehr gibt. Polen werden stillgelegte Leopard-2-Panzer nicht weitergegeben; dazu wäre eine Ausserdienststellung und damit ein Beschluss des Parlamentes erforderlich.

Deutschland darf über zurückverkaufte Leopard-2-Panzer frei verfügen

Deutschland beabsichtigt aufgrund des Ukraine-Krieges, verschiedenen europäischen Staaten militärische Grosssysteme zur Verfügung zu stellen. Es sucht deshalb unter anderem Kampfpanzer des Typs Leopard 2 A4 aus Industriebeständen. 42 solche ausser Dienst gestellte Geräte hatte die armasuisse zwischen Dezember 2010 und Mai 2011 dem Originalhersteller Rheinmetall Landsysteme GmbH in Kiel zurückverkauft. Auf allen Fahrzeugen wurden damals die 120mm-Kanone, die Mehrfachwurfanlage, die Maschinengewehre, die Bordverständigungsanlage sowie weitere Ausrüstungsgegenstände demontiert. Diese Teile blieben als Ersatzteile für die restlichen Leopard-Panzer in der Schweiz.

Das VBS bestätigte Deutschland, dass die weitere Verwendung der bereits vor zwölf Jahren veräusserten Panzer in der alleinigen Verantwortung der Rheinmetall liegt und damit der deutschen Kriegsmaterialexportgesetzgebung unterstehen. Deutschland kann frei über die weitere Verwendung dieser Fahrzeuge entscheiden.

Keine Weitergabe von stillgelegten Leopard-2-Panzern an Polen

Geprüft wurde auch eine Anfrage der polnischen Regierung. Polen interessiert sich für stillgelegte Panzer des Typs Leopard 2 A4 der Schweizer Armee. Begründet wurde dies damit, dass Polen in substanziellem Ausmass Waffen an die Ukraine geliefert hat, inklusive schwerer Mittel, und deshalb nun Mittel braucht, um die eigenen Bestände und Abwehrfähigkeiten aufzustocken.

Da die Veräusserung von stillgelegten Panzern an einen anderen Staat voraussetzt, dass diese Systeme zuerst ausser Dienst gestellt werden müssen und dies im Rahmen von Armeebotschaften dem Parlament zur Genehmigung zu unterbreiten ist, erachtet das VBS unter den gegebenen Umständen eine Veräusserung von stillgelegten Panzern an Polen als nicht in nützlicher Frist realisierbar.
 
 
Abgerüsteter Leopard 2A4 (Pz 87) als Schleppobjekt

Die israelische Panzerwaffe Lenzin & Bühler

Die israelische Panzerwaffe - Geschichte, Technik, Einsätze

Von Marc Lenzin und Stephan Bühler

Hardcover im Motorbuchverlag, mehr Infos hier und auf der Website des Autoren Marc Lenzin
ISBN: 978-3-613-04509-5
ca. 224 Seiten, 220 Illustrationen

Die israelische Panzerwaffe, entstanden unmittelbar nach Gründung des Staats Israel und erstarkt im Ersten Arabisch-Israelischen Krieg 1948/49, ist eine der besten der Welt. Fesselnd erläutern Marc Lenzin und Stefan Bühler, auf Basis aktueller Forschung, die Geschichte der israelischen Panzerwaffe, von ihrer Gründungszeit bis zu entscheidenden Panzeroffensiven während der Suez-Krise 1956, im Sechs-Tage-Krieg 1967, im Oktober-Krieg 1973, beim Einmarsch in den Libanon 1982 bis zu den Einsätzen im Gaza-Streifen in der heutigen Zeit. Dabei werden alle aktiven und historischen Kampfpanzer der IDF beschrieben. Umfangreiches Bild- und Kartenmaterial rundet das einzigartige Werk ab.

 

 

Reaktivierung von 96 Leopard 2A4 der Schweizer Armee

Die Schweizer Armee hat an einem geheimen Ort in der Ostschweiz (ist jetzt wohl nicht mehr so geheim ;-) 96 Stück des Leopard 2A4 eingelagert. Diese wurden nicht einer Werterhaltung vor ein paar Jahren unterzogen. Ein Upgrade dieser und der 134 im Einsatz stehenden Pz 87 WE ist also dringend notwendig.

In der NZZ am Sonntag vom 8. Mai 2022 erschien ein zahlungspflichtiger Artikel: 

Unsere vergessenen Panzer - Ein zweites Leben für unsere alten Panzer
Werden die eingemotteten Kampfpanzer aus dem Kalten Krieg wieder rollen? Die Schweizer Armee hat 96 Leopard-Kampfpanzer ausgemustert. Doch jetzt wollen Sicherheitspolitiker sie wieder aktivieren. Der Plan hat gute Chancen.

Hier die fundierte Stellungnahme der OG Panzer und der NZZ-Artikel als pdf zum gratis Download. Im 2015 hat die OG Panzer detailliert recherchiert, was mit den ehemals 380 Leoparden passiert ist (Bestandesaufnahme). zB im 2010 wurden 42 Stück an Rheinmetall verkauft (Medienmitteilung VBS) und 2011 wurden weitere 12 Stück nach Kanada verkauft (Medienmitteilung VBS und Artikel im Tagi).

 

Einer der 134 Leopard 2 WE beim Einsatz im Bat méc 18 auf dem Waffenplatz Bure im garstigen Winterwetter 2018.

WK 2022 der Artillerie Abteilung 16

Wenn die Säntisalpen vor Ehrfurcht zittern

Im Schattenwurf der Säntisalpen bei über 20 cm Frühlingsschnee stellten sich die Geschütze der Art Abt 16 auf, um zwei Tage lang auf der Schwägalp ihr Können zu testen. Die Panzerhaubitzen, welche normalerweise Ziele indirekt auf weite Distanzen bekämpfen können, hatten auf diesem einzigartigen Schiessplatz die Möglichkeit, den Direktschuss zu üben, der im absoluten Notfall auf Nahdistanzen eingesetzt werden könnte. Ein weiteres Highlight waren die beiden Nachtschiessen, welche bei Abenddämmerung stattgefunden haben. Die Geschütze trafen das Ziel haargenau und brachten die schneebedeckten Felsen zum Erleuchten. (Gefr Schwarzenberger Nick)

Datum: 11. und 12. April 2022
Übungsname: Tagesübung HORSA, Nachschiessen PEGASUS

Übungsinhalt:

  • Direktschuss mit den Haubitzen M109
  • Gefechtsschiessen
  • MG-Schiessen
  • Nachtschiessen Haubitzen (Bogenfeuer)

Mehr Bilder von mir bei flickr. Hier auf der Schwägalp CH warten fünf Panzerhaubitzen 95 auf die Teilnahme am Nachtschiessen. Das Bild habe ich auf 1300 m.ü.M. aufgenommen!


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